Schneeschuhwandern im Allgäu: Die schönsten Routen abseits der Piste

Sobald die ersten dicken Schneeschichten die Allgäuer Berge bedecken, ziehen viele Wanderfreunde die Schneeschuhe wieder aus dem Keller. Anders als beim Skifahren geht es hier nicht um Tempo, sondern um das ruhige Gehen durch unberührte Winterlandschaft, fernab der belebten Pisten. Das leise Knirschen unter den Schneeschuhen, die klare Bergluft und der Blick auf unverspurte Hänge machen den eigenen Reiz dieser Wintersportart aus. Wer die Region schon von sommerlichen Wanderungen kennt, entdeckt sie im Schnee noch einmal völlig neu.

Schneeschuhwandern im Allgäu

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Warum sich das Allgäu für Schneeschuhtouren eignet

Das Allgäu bietet eine seltene Kombination aus sanften Tälern und schroffen Gipfeln, die sich beide wunderbar zu Fuß erschließen lassen. Rund um Orte wie Oberstdorf, Bad Hindelang oder Immenstadt beginnen zahlreiche Routen direkt an gut erreichbaren Ausgangspunkten, sodass keine langen Anfahrten nötig sind. Besonders reizvoll sind Ziele wie der Grünten oder das Oytal, wo sich weite Ausblicke über die verschneite Bergkette öffnen, ohne dass man dafür alpinistische Erfahrung mitbringen muss. Für längere Unternehmungen eignet sich auch die Gegend um die Alpspitze, die sowohl konditionell fordernde als auch gemütlichere Varianten bereithält. Selbst an Wochenenden verteilen sich die Wandernden auf so viele Täler, dass man auch in der Hochsaison oft minutenlang allein mit dem eigenen Atem und dem Knirschen des Schnees unterwegs ist.

Die richtige Ausrüstung für Touren im freien Gelände

Kleidung, Schuhe und Stöcke

Wer abseits präparierter Wege unterwegs ist, sollte auf robustes Schuhwerk und wasserdichte Kleidung achten, denn im Tiefschnee wird jeder Schritt anstrengender als gedacht. Feste, knöchelhohe Wanderschuhe, eine wind- und wasserabweisende Hose sowie mehrere Kleidungsschichten zum An- und Ausziehen gehören ebenso zur Grundausstattung wie Teleskopstöcke, die beim Gleichgewicht auf unebenem Untergrund helfen. Warme, aber nicht zu dicke Handschuhe sind ebenfalls sinnvoll, da die Hände bei der Stockarbeit ständig in Bewegung sind und schnell auskühlen, sobald man eine Pause einlegt. Auch ein kleiner Rucksack mit warmem Tee und etwas Proviant zahlt sich auf längeren Touren schnell aus.

Klarer Blick im Schnee

In der Höhe wird das Sonnenlicht von der Schneedecke vielfach reflektiert, wodurch die Augen deutlich stärker beansprucht werden als im Tal. Wer öfter auf Wintertour geht, profitiert von einer gut sitzenden, kontrastverstärkenden Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz, denn ungeschützte Augen ermüden bei stundenlanger Blendung schneller, als man denkt. Träger einer Sehhilfe vereinbaren dafür häufig vorab einen Sehtest bei eyes and more, um vor der Saison eine passende Sonnenbrille mit der eigenen Sehstärke anpassen zu lassen, statt mit beschlagenen Gläsern unter der Mütze zu kämpfen.

Schneeschuhwandern im Allgäu
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Sicherheit abseits der Pisten

Anders als auf der Skipiste gibt es im freien Gelände keine tägliche Kontrolle durch Pistendienste, weshalb Eigenverantwortung hier besonders wichtig ist. Vor jeder Tour lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Lawinenlagebericht für die Allgäuer Alpen, der die Gefahrenstufen tagesaktuell einschätzt und wichtige Hinweise zu Hangneigung und Schneedeckenaufbau liefert. Ebenso gehört es zur guten Planung dazu, jemandem die geplante Route und die voraussichtliche Rückkehrzeit mitzuteilen, denn Mobilfunknetze reichen in manchen Seitentälern nur lückenhaft. Wer sich im Gelände nicht hundertprozentig sicher fühlt, sollte auf eine geführte Tour Schneeschuhtour zurückgreifen, bei der ortskundige Guides das Wetter, die Schneelage und die Gruppe realistisch einschätzen können.
Auch die Sonne selbst wird in großer Höhe oft unterschätzt. Je höher man steigt, desto intensiver wird die UV-Strahlung, und der Schnee verstärkt diesen Effekt durch Reflexion zusätzlich, wie ein ausführlicher Beitrag zum ganzheitlichen Sonnenschutz am Berg erklärt. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor gehört deshalb ebenso in den Rucksack wie ausreichend Flüssigkeit, selbst wenn es draußen kalt erscheint.

Die schönsten Ziele für Einsteiger und Fortgeschrittene

Wer zum ersten Mal auf Schneeschuhen unterwegs ist, findet in den sanften Tälern rund um Rettenberg oder am Fuße des Grünten ideale Einstiegsstrecken, auf denen sich Technik und Kondition in Ruhe austesten lassen. Fortgeschrittene zieht es eher in Richtung Oytal oder auf die Höhen um die Alpspitze bei Nesselwang, wo längere Anstiege und lohnende Ausblicke aufeinandertreffen. Unterwegs laden immer wieder urige Berghütten zu einer Rast ein, in denen man sich bei einem heißen Getränk aufwärmen kann, bevor es zurück ins Tal geht. Wer stattdessen lieber auf festen, präparierten Wegen bleibt, findet auf den gut ausgeschilderten Winterwanderwegen der Region eine ruhigere Alternative, die ganz ohne Schneeschuhe auskommt und trotzdem tief in die verschneite Landschaft führt.

Am Ende eines solchen Tages, wenn die Sonne hinter den Gipfeln verschwindet und die ersten Lichter in den Tälern angehen, bleibt oft nur eine Erkenntnis: Die Ruhe abseits der Piste hat ihren ganz eigenen Reiz, den man sich nach ein paar Stunden im Schnee redlich verdient hat.